Gasodorierung - Neue Impfdüse erleichtert Wartungsarbeiten

Neue Impfdüse mit ausziehbarem Mechanismus erleichtert Wartungsarbeiten des Verdampfers nach aktuellen Standards des DVGW.

Nach dem Arbeitsblatt G 280 des DVGW müssen Gase der leitungsgebundenen Versorgung der Allgemeinheit mit einem hinreichenden Warngeruch versehen sein, um einen möglichen Austritt dieser Gase kenntlich zu machen.

Im Lauf des Jahres 2018 treten mit einer neuen Version der G 280 strengere Regeln in Kraft, bei der jetzt auch der Verdampfer an der Impfstelle der Odorieranlage spätestens alle vier Jahre gewartet werden muss. Um diese Arbeiten durchzuführen, muss die komplette Impfdüse entnommen werden, was bisher nur mit viel Aufwand vor Ort möglich war.

Daher hat LEWA eine ausziehbare Impfdüse entwickelt, die auf der diesjährigen GAT/WAT-Messe in Köln erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Durch den Mechanismus wird die Überprüfung des Verdampfers auf eine äußerst kurze Zeitspanne reduziert, wodurch die Wartungsarbeiten als Ganzes deutlich beschleunigt werden. Das System kann auch bei bestehenden Anlagen nachgerüstet werden.

Damit undichte Hausinstallationen oder unbeabsichtigt entweichendes Gas schnell und sicher erkannt werden, muss das transportierte Medium einen hinreichenden Warngeruch aufweisen“, erklärt Walter Richter, Vertriebsleiter Gasodorierung und -verteilung bei der LEWA GmbH.

„Dazu wird Odoriermittel über ein spezielles Rohr mit Hilfe einer Impfdüse in die jeweilige Gasleitung eingespeist.“ Bisher sollten solche Odorieranlagen jährlich gewartet werden. Allerdings verlangt eine aktuelle Änderung des DVGW-Arbeitsblatts G 280, dass auch der Verdampfer mindestens alle vier Jahre einer Inspektion unterzogen wird, was bislang nicht zwingend notwendig war. Um die Wartungsarbeiten zu vereinfachen, hat die LEWA GmbH eine ausziehbare Impfdüse mit demontierbarem Verdampferendstück entwickelt.

Wartungsbedarf an der Gasdruckregelstation

Gas erreicht die Gasdruckregelstation im Allgemeinen mit einem Hochdruck von etwa 60 bis 70 bar und wird dort auf 4 - 16 bar heruntergeregelt. Die Impfstelle zur Einbringung des Odormittels wird dabei nach dem letzten Absperrhahn der jeweiligen Anlage platziert. Dort tritt der Odorstoff mittels eines Verdampfers vom flüssigen Zustand in die Gasphase über und das vorbeiströmende Gas trägt ihn mit. Wird die Impfdüse nicht regelmäßig gewartet, können Verkrustungen und Ablagerungen durch die Reaktion der Gasbegleitstoffe mit dem Odorstoff entstehen. Als Folge verkleinert sich die zur Verfügung stehende Verdunstungsfläche.

Allerdings benötigt der im Verdampfer befindliche Filzwerkstoff für die Abgabe des Odormittels eine möglichst große Verdunstungsfläche. Steht diese nicht mehr zur Verfügung, tropft das Mittel in das Rohr ein und kann somit das vorbeiströmende Gas nicht optimal odorieren.

„In den letzten Jahrzehnten wurde die Wartung dieser Stelle etwas vernachlässigt, was zu einer Verschwendung von Odormittel führte“, so Richter. „Denn der Verdampfer war durch die Verkleinerung der Oberfläche häufig gar nicht in der Lage, das eingebrachte Odormittel auch abzugeben.“

Neues Design mit abnehmbarem Verdampfer verkürzt Wartungsarbeiten

Die Novellierung des DVGW-Arbeitsblatts G 280 berücksichtigt auch diesen Sachverhalt, um diese Problematik in Zukunft durch eine regelmäßigere Wartung – insbesondere des Verdampfers – zu verhindern. Diese Komponente kann allerdings nur in einem drucklosen Zustand entnommen werden. Zwar kann das auch über einen Bypass geschehen, aber dies gestaltet sich schon allein wegen des benötigten Platzes komplizierter, „Mit unserer ausziehbaren Impfdüse gibt es dafür nun eine besonders effiziente Alternative“, erklärt Richter. „Sie besteht aus einem Tauchrohr mit einer großen Verdunstungsfläche, einer Absperrarmatur und einem Rückschlagventil. Darüber hinaus wurde der Verdampfer demontierbar konstruiert, so dass ein schneller und einfacher Austausch ermöglicht wird.“

Die Impfdüse mit ausziehbarem Mechanismus wurde auf der diesjährigen GAT/WAT in Köln zusammen mit einem voll ausgerüsteten Service-Transporter ausgestellt.

Bitte kontaktieren Sie für Ihre Fragen unsere Spezialisten:

Walter Richter -  Vertriebsleiter Gasodorierung
Roy Heinz  -  Koordinator Serviceleitstelle Gasodorierung